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Franz Duncker an Gottfried Keller - 25.03.1879Berlin, W., den 25 März 1879 Verehrter Herr u Freund! Ihre Sendung vom 6ten d. M. mit M. 400 ist richtig u. sehr zu gelegener u. erwünschter Zeit in meine Hände gelangt. Verzeihen Sie, daß ich erst heute meinen Dank dafür ausspreche, so wie für die Aussicht, welche Sie mir eröffnen, den Rest wol zu Ostern abliefern zu können. Ich war aber in diesen ersten Monaten des Jahres über alle Maßen beschäftigt u. dies ist auch der Grund weshalb ich mit meinen Korrespondenzen für die N. Z. Z. in der letzten Zeit pausieren mußte, denen Sie eine so freundliche Anerkennung zollen. Es scheint nämlich als ob endlich mein Geschäft wieder eine etwas friedlichere Wendung nehmen sollte. Von einer der Gesellschaften, welche jetzt mit vielem Erfolge unsere Stadt mit Pferdebahnen ausstattet, bin ich aufgefordert worden, in den Aufsichtsrath zu treten, um später dort den Vorsitz zu übernehmen, u. vor allem die wegen der immer noch viel zu verwickelten u. zu bureaukratischen Ressortverhältnisse schwierigen Verhandlungen mit den Behörden zu führen. Es ist eine Stellung, die mich interessirt, weil sie in die öffentlichen Dinge eingreift, zunächst freilich sehr viel Arbeit u. erst später Aussicht auf lohnenden Gewinn zeigt, namentlich wenn es mir gelingt, den widerstrebenden Behörden die Erlaubniß zur Anlegung einer Bahn durch die belebte Leipzigerstraße abzuringen. Die Verhandlungen, welche zu dem nunmehr kürzlich erfolgten Eintritt in den Aufsichtsrath der großen internationalen Pferdebahn meinerseits führten, so wie die Arbeiten, welche ich für die Gesellschaft bereits vorher übernommen hatte, lassen mir neben meinen andern literarischen u. redaktionellen Arbeiten leider keine freie Zeit für Korrespondenzen nach dort. Wenn Sie Herrn Dr. Vogt sehen, bitte entschuldigen Sie mich u. sagen ihm, daß ich meine Briefe aber in der allernächsten Zeit wieder aufzunehmen gedenke. Mit besten Grüßen |
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