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I Hell im Silberlichte flimmernd Zieht und singt des Baches
Welle, Goldengrün und tiefblau schimmernd Küßt sie flüchtig die
Libelle; Und ein drittes kommt dazu, Eine Blüte hergeschwommen: Alle
haben drauf im Nu Heitern Abschied schon genommen.
Und die Esche beugt sich drüber, Schaut in Ruh das holde
Treiben, Denkt: Ihr Lieben, zieht vorüber, Ich will grünen hier und
bleiben! Und ich unterm Eschenbaum: Was soll denn mit mir
geschehen In dem reizend leichten Traum? Soll ich bleiben? Soll ich
gehen? II
Ich liege beschaulich An klingender Quelle Und senke
vertraulich Den Blick in die Welle; Ich such' in den Schäumen Weiß
selbst nicht, wonach? Verschollenes Träumen Wird in mir wach.
Da kommt es gefahren Mit lächelndem Munde, Vorüber im
klaren Krystallenen Grunde, Das alte vertraute, Das
Weltangesicht! Sein Aug' auf mich schaute Mit äth'rischem Licht.
Wohin ist's geschwommen Im Wellengewimmel? Woher ist's
gekommen? Vom blauenden Himmel! Denn als ich ins Weben Der Wolken
geseh'n, Da sah ich noch eben Es dort vergeh'n.
Ich seh' es fast immer, Wenn's windstill und heiter, Und stets macht
sein Schimmer Die Brust mir dann weiter; Doch wenn sein Begegnen Der
Seele Bedarf, Im Stürmen und Regnen Auch seh' ich es scharf.
III
Ein Fischlein steht am kühlen Grund, Durchsichtig fließen die
Wogen, Und senkrecht ob ihm hat sein Rund Ein schwebender Falk
gezogen.
Der ist so lerchenklein zu seh'n Zuhöchst im Himmelsdome; Er sieht
das Fischlein ruhig steh'n, Glänzend im tiefen Strome!
Und dieses auch hinwieder sieht Ins Blaue durch seine Welle Ich
glaube gar, das Sehnen zieht Eins an des andern Stelle!
IV
Sah ich eine junge Welle, Die durch Alpenrosen floß Und sich
rauschend mit der Quelle, Mit dem Strom ins Thal ergoß.
Schien der Himmel drin versunken, Und war doch so leicht und
klar, Und ich hab' davon getrunken, Wie so frisch und rein sie war!
Bin dann auf dem Meer gelegen, Wo das Kreuz am Himmel steht; Nicht
konnt' unser Schiff sich regen, In der Glut kein Lüftchen weht'!
Schaut' ich in die Wasser nieder, In die Tiefen unverwandt, Und sah
meine Welle wieder Aus den Bergen, wohlbekannt.
Von dem heißen Strahl durchzittert, Ja, sie war es, deutlich,
nah! Doch versalzen und verbittert, Still und mutlos lag sie da. –
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