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Ausgestorben scheint die Stadt, Weil, was sich des Lebens freut Und
den Bund mit ihm erneut, Sich hinaus begeben hat Auf die Hügel, auf die
Berge, Angefüllt wird jedes Thal, Rühren wird sich Wirt und Ferge In
dem warmen Maienstrahl.
Von dem höchsten Giebel schau' Ich hinaus, o welch' Gewimmel! Ja, die
Erde trägt gen Himmel Menschenherz und grüne Au! Und wie ferne
Kirchenfahnen, Flattert's von der Burg Geländern Bunt von seidnen
Lenzgewändern Unter grünenden Platanen.
Einsam wehen hier die Linden Dieser Stadt um stille Dächer – Ach, wie
einen leeren Becher Muß ich die verlass'ne finden, Einen Becher, dessen
Schein Wird gefloh'n von jedem Munde, Und auf dessen dunklem
Grunde Ich der letzte Tropfen Wein!
In die kühle Dämmernacht Meines Hauses steig' ich nieder, Wo mir
meine jungen Lieder Schlummern, bis ihr Tag erwacht; Wo ein Strauß von
Fliederzweigen Drüber nickt mit stillem Neigen, Mit erwartungsvollem
Schweigen Wilde Röschen halten Wacht.
Nun in tiefer Einsamkeit Schreib' ich, eh' für immer schied Mir die
lange Morgenzeit, Meiner Jugend letztes Lied; Und der Hoffnung sei's
geweiht! Was ich hoffe, hofft die Welt; Ist sie nur zur Fahrt
bereit, Wird sie selbst ihr Himmelszelt!
Thu' dich auf, o schöner Schrein, Lasse deine Schätze funkeln! Laß
sie, blitzend hell, verdunkeln Der Martyrer blaß Gebein! – Weihrauch
sind die Frühlingsdüfte, Und auch du, mein Schwalbenzug, Flattre,
leichter Liederflug, Aufwärts in die freien Lüfte!
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