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In Gold und Purpur tief verhüllt Willst du mit deiner Leuchte
scheiden, Und ich, noch ganz von dir erfüllt, Soll, Sonne, dich nun
plötzlich meiden? Du hast mein Herz mit Lust entzündet, Du allerschönste
Königin, Wenn mir dein Strahlenantlitz schwindet, Ist nicht das Leben
tot und hin?
O reiche mir noch Einen Strahl Des Lichtes, daß er auf mich falle Und
ich aus diesem Dämmerthal An deiner Hand hinüberwalle! Laß mich an
deinem Hofe weilen, Als lichte leichte Wolke nur, Vor deinem Zuge
kündend eilen Als deines Glanzes schwächste Spur!
Sie geht, ich wende bang mich ab, Es dünkt die Welt mich eine
Kohle; Was jüngst nur Klarheit wiedergab, Stäubt, Asche, unter meiner
Sohle. – Doch schau, wie ich gen Osten kehre, Taucht mir ein neues
Wunder auf: Im rosig milden Nebelmeere Beginnt der Silbermond den
Lauf!
Der nach verlornen Strahlen jagt, Ist er der Sonne Aehrenleser? Ist
er, bis sie im Osten tagt, Der goldnen Herrin Reichsverweser? Ach,
unsrer armen Mutter Erde Ist er ja nur ein Lehenmann; Und seht, mit
glänzender Gebärde Thut er die Lehnspflicht, wie er kann!
Er trägt das Licht durch Nacht und Grau'n Getreu auf sanft erhellten
Wegen, Bis wir den Morgen wieder schau'n Und frisch die Erde thaut im
Segen. Die Liebe wird den Ruhm nicht mindern, Wenn Kleine mit den
Kleinern geh'n: Die Sonne selbst samt ihren Kindern Muß sich um größ're
Sterne drehn. |